Letztes Feedback

Werbung

Gratis bloggen bei
myblog.de

Anders? - Ein Märchen

Es war einmal vor einigen hundert Jahren in einem entfernten Land ein kräftiger und junger Mann. Er lebte zufrieden auf einem kleinen aber feinen Bauernhof  der abgelegen und weit weg vom nächsten Dorf  ganz oben auf einem grünen Hügel stand. Er arbeitete tagein, tagaus bei den Tieren auf dem Hof, bürstete die Pferde, scherte die Schafe, melkte die Kühe und fütterte die Hühner. Er war auch handwerklich begabt, konnte allerhand bauen und reparieren.  Er war dem alten Bauern ein besonderns fleißiger Helfer, da er sich nie vor einer Aufgabe scheute und immer fröhlich bei der Arbeit war. Schließlich, nach einigen Jahren, war er gut ausgebildet und der alte Bauer rief in zu sich in die Stube, wo das Feuer im Kamin knisterte. „Du bist nun bereit, in die Welt hinaus zu ziehen“ sprach er mit t iefer Stimme  in seinen weißen Bart hinein. „Du hast nun alles gelernt, was ich Dir beibringen konnte. Es ist Zeit, dass Du andere Länder siehst und andere Menschen triffst. Mit Deinem Können und Deiner Schaffenskraft wirst Du überall Arbeit finden“. Ein Schatten huschte ganz kurz über sein Gesicht als er sagte: „Das Wichtigste aber ist: Lass Dir niemals, hörst Du, niemals einreden dass Du schlechter bist als die anderen, nur weil Du anders bist. Du bist wie Du bist, bleib genauso“. Der junge Mann verstand nicht. Warum anders? Was meint der alte Bauer? Er verwarf den Gedanken und strahlte den alten Bauern an. Er war aufgeregt und freute sich auf die nächste Woche, in der seine Wanderschaft in ein neues Leben beginnen würde.

 

Am Tag der Abreise stand er früh auf, packte seinen Beutel mit einer warmen Decke, etwas Brot, Milch und getrocknetem Schinken, umarmte den alten Bauern und versprach ihm irgendwann einmal zurück zu kehren, zu ihm und den Bauernhof, den Tieren, auf den grünen Hügel, wo er seine Kindheit und Jugend verbracht hatte.

Die ersten sechs Tage seiner Reise wanderte er durch grüne Täler und über zahlreiche Hügel, er traf auf viele Kühe, von denen er Milch bekam, auf Hühner, die ihm Eier gaben und auf Schafe, die ihm in der Nacht Wärme spendeten. Er war glücklich, denn er litt keinen Hunger und hatte die Tiere als Gesellschaft. Er traf keine Menschenseele.

Am siebten Tag kam er in der großen Stadt an und blieb staunend vor dem riesigen hölzernen Tor stehen. Überall waren Menschen, es war laut und es roch nach vielerlei Gutem und Schlechtem. Sein Blick traf sich mit einigen unter den Menschen, er lächelte sie an, doch alle blickten sie schnell wieder weg. Er beschloß, sich erst einmal in der Stadt umzusehen und ging entschlossen auf die zwei Wächter zu, die Aufsicht über das Tor hielten. Der eine hatte eine riesige Nase, der andere einen Buckel. „Lasst mich ein, ich suche Arbeit“ rief er Ihnen zu. Schnell bemerkte er ihre Blicke auf seinem Gesicht und ihr hämisches Grinsen, bis der mit der riesigen Nase sprach: „Na dann viel Erfolg“. Er lachte laut und der andere fiel in sein Gelächter  ein. Der junge Wanderer fragte verwundert nach dem Grund für ihre Heiterkeit und bekam von dem mit dem Buckel zur Antwort „Schau doch in den Spiegel, dann weißt Du es.“

 

Er grinste in sich hinein, als er durch das Tor ging, denn die beiden waren nicht gerade von Schönheit gesegnet. Schnell verwarf er die Erinnerung an ihren Spott und ging geradezu auf den Marktplatz der großen Stadt. Überall wurden Waren von Händlern von nah und fern  angeboten: Stoffe in leuchtenden Farben, knuspriges Brot, würziger Käse, süße Mandeln und vieles mehr. Sogar Schafe gab es zu kaufen. Er staunte ncht schlecht und schlenderte zwischen den Ständen umher. Es roch mal süß und mal nach Kuhmist, dann wieder nach Rosen und im nächsten Moment nach dem würzigem Käse. Der junge Mann war beeindruckt von alledem. Als er eine Frau erblickte die laut verkündete, dass sie wunderschöne Spiegel verkaufe, erinnerte er sich an die Worte der Torwärter und lief zu dem Stand hinüber. Nie zuvor hatte er einen Spiegel erblickt und nun war er neugierig. Was hatten die beiden Wächter gemeint? Die Verkäuferin wich zurück als er herantrat und seinen Blick zu einem der Spiegel senkte. Als er sein eigenes Abbild sah, erstarrte er. Er blickte in ein enstelltes Gesicht, in dem sich ein großer Riss, der in einer Narbe endete vom Mund zur Nase zog. Sein Gesicht sah nicht so aus, wie die Gesichter der anderen, es war wie verzerrt. Die Tränen traten ihm in die Augen als ihm bewusst wurde, dass dies tatsächlich  sein Gesicht war und dass deswegen die Menschen vor ihm zurückwichen, dass deswegen die Wärter über ihn gelacht hatten. Er sah den ängstlichen Blick der Verkäuferin auf sich ruhen, drehte sich um und rannte davon, so schnell er nur konnte. Auf der Suche nach einem Versteck rannte er in eine Gasse, die vom Marktplatz führte und in die nächste und in die nächste. Schließlich, in einem einsamen, kleinen Gäßchen angekommen, setzte er sich auf den blanken Boden und lehnte sich an eine Hauswand. Er weinte und weinte und weinte. Wie sollte er so eine Arbeit finden?

 

Irgendwann musste er eingeschlafen sein, den als er die Augen aufmachte, wurde es schon wieder hell in der Stadt. Wenigstens war sein Beutel noch da. Er versteckte ihn hinter einem losen Stein in der Wand und dachte nach. Ihm wurde wieder  klar, dass er eine Arbeit suchen musste. Seine Vorräte, an denen er zum Frühstück knabberte gingen zuneige und er brauchte einen Ort, an dem er schlafen konnte. Sehnsüchtig dachte er an die warme Stube und den gütigen Blick des alten Bauern zurück. Er nahm sich vor, den Anblick seines Gesichtes im Spiegel zu vergessen. Er besann sich auf seine Fähigkeiten, seine gute Ausbildung und seinen kräftigen Körper und machte sich auf den Weg zurück Richtung Marktplatz. Auf dem Weg traf er auf einen Mann mit einem großen braunen Schlapphut, der ein paar Steine zu einem Platz schleppte, wo ein Haus genaut wurde. Er nahm seinen Mut zusammen, lief auf ihn zu und sprach ihn freundlich an „Guter Mann, ich suche eine Arbeit. Ich bin kräftig und scheue mich vor keiner auch noch so anstrengenden Aufgabe“. Der Mann mit dem Schlapphut blickte ihm ins Gesicht, zuckte zurück  und schüttelte nur den Kopf. „Wir haben genug Helfer. Mach dass Du weiterkommst“. Enttäuscht und mit gebückterem Kreuz als zuvor  lief der junge Wanderer weiter. Einige Gassen weiter traf er auf einen alten, humpelnden Hufschmied, der gerade ein Pferd in einen Stall führte. „Guter Mann, ich suche Arbeit und kann Ihnen hier zur Hand gehen. Ich bin kräftig und handwerklich geschickt. Mit Pferden kenne ich mich gut aus“. Der Mann hielt inne, blickte in Gesicht seines Gegenübers und murmelte während seine Augen ärgerlich blitzten: „Ich will mir doch die Kunden nicht vergraulen. Verschwinde hier“. Verletzt und mit hängenden Schultern lief der junge Wanderer weiter und  blieb bei einem Mann stehen, der den Platz vor der Kirche mit einem großen Besen fegte. Auch diesen sprach er an: „Guter Mann, ich suche Arbeit. Ich bin kräftig,  kann allerlei reparieren und kann gut saubermachen“. Der Mann mit dem Besen hob seinen Kopf und bekreuzigte sich, als er den jungen Mann erblickte. „Nein, wir haben keine Arbeit für Dich“ raunzte er ihn an, drehte ihm den Rücken zu und fegte weiter.

So verging der Tag und wen er auch nach Arbeit  fragte, so bekam der junge Mann nur Absagen von den Menschen. Immer zuckten sie vor ihm zurück. Bald begriff er, dass zwar er selbst seinen Anblick vergessen konnte, die anderen Menschen konnten das aber nicht. Mit jeder Antwort die er bekam, wurde seine Haltung etwas gebeugter und sein Selbstbewusstsein schwand von Stunde zu Stunde.

 

Erschöpft und traurig saß er als es abends dunkelte wieder in der einsamen Gasse auf dem Boden und aß sein letztes Stückchen Brot. Der Wind pfiff durch die Häuserschluchten und er deckte sich mit seiner warmen Decke zu. Er war verzweifelt und überlegte, was er wohl am nächsten Tag tun sollte. Er wusste nicht ein noch aus, und er hatte genug von den angewiderten Blicken der Menschen.  Er lies den Kopf hängen und blickte auf den schmutzigen Boden unter sich als er mit einem mal aus dem Augenwinkel ein kleines Männchen mit einer Laterne, die langsam vor ihm herschwankte, auf sich zuschlurfen sah. Er hob den Kopf und betrachtete das Männchen genauer, wie es sich langsam auf ihn zubewegte. Außer der Laterne hatte es noch ein schmutziges Stoffbeutelchen auf dem Rücken dabei und trug einen riesigen weißen Bart im Gesicht, unter dem man die kleinen Äuglein kaum sah. Die weißen Haare standen ihm in alle Richtungen zu Berge, seine Kleidung war wohl einmal elegant gewesen, aber inzwischen alt und zerfetzt.

 Als das Männchen bei ihm angekommen war, blickte es ihm offen ins Gesicht und der junge Mann erkannte, dass der Mann zwar alt, aber seine Augen hellwach und klug waren. „So allein in dieser finsteren Gasse? Fürchtet Ihr euch denn nicht?“ sprach das Männchen ihn an und der junge Wanderer erkannte nichts als ein freundliches Lächeln in den Augen seines Gegenübers. Der junge Mann schluchzte auf und war froh, nach diesem Tag mit jemandem sprechen zu können. Er beschloss, dem Weißbärtigen zu  vertrauen. Er fing an, dem Männchen sein Leid zu klagen. Von all den Blicken, all den Absagen, seiner Einsamkeit und seiner Angst, keine Arbeit zu finden und nichts zu essen mehr zu haben.  Es sprudelte aus hm heraus und das Männchen hörte ihm gut zu und nickte von Zeit zu Zeit.

Als der junge Mann seine Erzählung beendet hatte, entstand eine Pause, in der der junge Mann, weiter schluchzte und das Männchen sich den Bart rieb und überlegte. „Ich möchte Dir helfen“ sprach er, nahm sein graues Stoffbeutelchen vom Rücken und kramte darin. Er zog schließlich ein kleines Fläschchen heraus und hielt es dem jungen Mann mit seinen faltigen Händen vor die Nase. „Diese Tinktur beseitigt die Narbe in Deinem Gesicht. Tragt sie drei Tage hintereinader bei Sonnenaufgang auf die Narbe auf und sie wird verschwinden“. „Ich habe aber kein Geld“ antwortete der Junge Mann leise und voller Hoffnung. „Das macht nichts. Ich wusste, dass ich Dich hier treffen würde und habe die Tinktur für Dich gebraut. Sie gehört also schon Dir.“ Der junge Wanderer nahm das Fläschchen in die Hand und schaute die grünliche dicke Flüssigkeit darin interessiert an. Er war verwundert. Woher wusste das Männchen, dass er ihn hier treffen würde? Und wie konnte er das Fläschchen für ihn brauen, ohne ihn zu kennen? Als er aufblickte, um das Männchen danach zu fragen, war es verschwunden, wie vom Erdboden verschluckt. Er setzte sich wieder auf seine Decke, wartete, ob das Männchen wiederkommen würde und nickte nach einiger Zeit ein.

 

Als er aus dem Schlaf aufschreckte, ging gerade die Sonne über der Stadt auf. Er war sich nicht mehr sicher, ob er von dem Männchen nur geträumt hatte und rieb sich die Augen. Doch tatsächlich: Neben ihm lag das kleine Fläschchen mit der grünlichen Tinktur. „Zu verlieren habe ich nichts“ dachte er, griff zum Fläschen und rieb sich eine reichliche Portion der würzig riechenden Tinktur auf seine Narbe.

Mit gesenktem Kopf machte er sich auf den Weg zum Marktplatz, um etwas Essbares zu finden. Arbeit suchen könnte er immernoch in drei Tagen. Wenn seine Narbe tatsächlich verschwunden sein sollte.

Als er an einem kleinen Krämerladen vorbeikam, sah er in einem Körbchen im Laden leckeres Brot liegen und das Wasser lief ihm im Mund zusammen. Er blieb stehen, schloß die Augen und genoß den Duft aus dem Laden. Sein Hunger wurde immer größer.  Als er die Augen wieder aufmachte, stand ein junges Mädchen vor ihm. Sie hielt ein Stück von dem Brot in der Hand und hielt es ihm hin „Sie sehen so hungrig aus. Nehmen Sie das Brot. Es wird Ihnen guttun“. Sie lächelte und sah ihm direkt und offen in die Augen. „Hat sie meine Narbe garnicht gesehen?“ fragte sich der junge Mann „Oder ist sie etwa schon garnicht mehr da?“. Mit dem Gedanken, seine Narbe könnte schon verschwunden oder wenigstens schwächer geworden sein, grinste er selbstsicher zurück und sprach „Sie haben mir soeben das Leben gerettet, junge Frau. Wie kann ich das wieder gutmachen?“. Sie lachte nur hell auf und drehte sich um. Als Sie über ihre Schulterzu ihm zurückblickte, sagte sie nur: „Beehren Sie uns bald wieder“.

Beschwingt von dieser angenehmen Begegnung verbrachte der junge Wanderer den Tag in der Stadt, lief neugiereig durch die Gassen, besuchte die Kirche, spazierte umher und dachte an das Mädchen in dem Laden. So sah er keinen der furchtsamen Blicke mehr, die ihm die Menschen um ihn herum immernoch zuwarfen.

 

Nach einer erneuten Nacht in seiner Eck in der Gasse schmierte er sich wieder die Tinktur auf sein Gesicht. Schnurstracks lief er zu einer Wiese vor den Toren der Stadt, pflückte ein paar Blumen und rannte schnell zu dem Laden, wo er das Mädchen stehen sah, wie sie ein paar Kunden Lebensmittel verkaufte. Er lächelte, als er ihre Freundlichkeit und Herzlichkeit bemerkte. „Habet Ihr wieder Hunger?“ fragte sie ihn bald freundlich und warf ihm ein Stück Brot zu. Er fing das Brot auf und antwortete schnell: „Ich bin hier um Ihnen Blumen zu bringen, zum Dank für das Brot“.  Mit leuchtenen Augen nahm sie den Strauß entgegen und der junge Mann sah ihr an, dass sie sich freute. „Wartet, ich hole meinen Mantel und wir gehen ein Stück spazieren“ rief sie und verschwand durch eine kleine Tür in einen Hinterraum des Ladens. Er sah an der anderen Seite des Ladens einen Spiegel hängen und lief schnell dorthin, um einen Blick hineinzuwerfen und zu sehen, wie die Narbe sich schon verkleinert hatte. Und wie beim ersten Mal schreckte er zurück, als er sich selbst betrachtete. Die Narbe war weder kleiner noch schwächer geworden. Sie war so groß wie eh und je. Warum hatte das Mädchen dann Interesse an ihm gefunden? Warum war sie nicht abgeschreckt von ihm?

Schon war sie wieder bei ihm, nahm seine Hand und zusammen liefen sie durch die Stadt. Sie fragte ihn, woher er komme, was er machen wolle, wovon er träume. Sie sprachen über  ihn und über sie, sie träumten gemeinsam und er vergaß seine Narbe und konnte so selbstbewust sein wie früher. Zum Abschied küsste sie ihn auf die Wange und flüsterte „Ich freue mich auf morgen, wenn Du wiederkommen möchtest. Ich mag Dich“.

Langsam lief der junge Mann zu seiner Gasse zurück. Er war glücklich und schlief schnell ein. Er träumte von ihr und ihrem Lächeln. Außerdem sah er im Traum das Männchen vor sich. Es tauchte mit seiner Laterne in der Gasse auf, blickte streng und forderte ihn auf, über seinen nächsten Schritt sehr gut nachzudenken.

 

Als die Sonne aufging, wurde er wach. Er griff zur Flasche mit der Tinktur. Heute war der dritte Tag in Folge, seine Narbe sollte heute verschwinden, wenn die Rezeptur wirkte. Das Männchen hatte ihm im Traum beschworen, gut nachzudenken, was er tun wollte. Ihm gingen die verschiedensten Gedanken durch den Kopf. Wenn die Narbe weg wäre, würde er bestimmt leichter eine Arbeit finden. Was aber, wenn er auf einmal ganz anders aussehen würde – würde das Mädchen in überhaupt erkennen? Sie hatte gestern gesagt, sie möge ihn. Da hatte er die Narbe noch. Er war hin- und hergerissen, was nun zu tun sei. Schließlich dachte er an die Worte des alten Bauerns auf dem grünen Hügel: „Lass Dir niemals einreden dass Du schlechter bist als die anderen, nur weil Du anders bist. Du bist wie Du bist, bleib genauso“.

 

Er hatte seinen Entschluß getroffen. Er lief zur Stadtmauer unter der der große Fluß verlief und warf das kleine Fläschen in den Fluß. „Ich bin wie ich bin“ murmelte er dabei leise.

Er machte sich auf zu dem Laden und zu dem Mädchen, dass ihn freudestrahlend begrüßte, ihm eine Hand reichte und die seine gut festhielt. „Ich habe eine gute Nachricht für Dich. Gestern habe ich meinem Vater von Dir erzählt, von Deiner Ausbildung, Deiner Herkunft und Deinen Träumen. Du kannst für ihn arbeiten und die Ware aus unserem Laden ein- und ausladen, Botengänge erledigen und allerlei Reparaturen erledigen. Er kann Dir nicht viel bezahlen, aber Du bekommst das kleine Zimmer unter dem Dach und zu essen“.

Der junge Wanderer konnte sein Glück kaum fassen. Er war sich sicher, jetzt seinen Platz gefunden zu haben. Er wollte sofort mit der Arbeit beginnen, und lief schon los als er ihr zurief: „Ich hole nur noch meine Sachen“.

Als er in der kleinen Gasse ankam und seine Decke und seinen Beutel holen wollte, sah er an der Ecke das kleine Männchen stehen. Es winkte ihm freundlich zu. Der Junge freute sich sehr, es zu sehen und lief auf das Männchen zu um sich zu bedanken. Doch das Männchen winkte nur ab und seine Augen blickten gütig als es sprach: „Ich habe Dir gesagt, dass die Tinktur für Dich ist. Sie war eine Verlockung und zugleich eine Prüfung. Du hast bewiesen, dass Du zu Dir selbst stehst. Das ist das Wichtigste. Deinem Glück steht nichts mehr im Wege.“

Als hätte es ich in Luft aufgelöst, war es mit einem mal hinter der Ecke verschwunden. Der junge Mann wollte ihm noch viel erzählen, von dem Mädchen und der neuen Arbeit, doch das weißbärtige Männchen war weg. Wie vom Erdboden verschluckt.

Er setzte sich kurz auf den Boden und wartete. Als nichts geschah, packte er seine Sachen und lief zurück zum Laden.

 

Er lernte den Vater des Mädchens kennen, der ihn freundlich begrüßte und ihm seine ersten Aufgaben gab. Er fing sofort an die neue Ware in die Regale zu räumen und einige losen Bretter im Boden zu befestigen. Mit Schaffensfreude ging der junge Mann an seine Arbeit und erfreute die Familie mit seinem Fleiß, seinem Geschick und seiner Kraft. Tagein, tagaus arbeitete er in dem Laden und war bald bei allen akzeptiert und gerne gesehen. In der Pause spazierte er mit dem Mädchen durch die Stadt und sie sprachen über ihre Träume, die sich mit der Zeit immer ähnlicher wurden.

 

Bald heiratete er das Mädchen und mit ihr zusammen erfüllte er sich seinen Lebenstraum: Er wanderte mit ihr zusammen zurück in seine Heimat. Sechs Tage liefen sie durch grüne Täler und über zahlreiche Hügel, sie trafen auf viele Kühe, von denen sie Milch bekamen, auf Hühner, die ihnen Eier gaben und auf Schaafe, die ihnen Wärme spendeten.

 

Als sie an dem Bauernhof ankamen, war die Wiedersehensfreude sehr groß. Der alte Bauer lächelte den jungen Mann an. „Junge, ich bin stolz auf Dich, denn Du hast alles richtig gemacht“. Als der junge Mann ihn anblickte, mit seinem weißen Bart und inzwischen vom Alter gebückt, da erkannte er etwas von dem Männchen in der Stadt in ihm wieder.

 

Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie weiter glücklich mit den Tieren und der Natur auf dem kleinen Bauernhof auf dem grünen Hügel.

2 Kommentare 29.9.13 16:36, kommentieren

Wut

Sie nimmt einen tiefen Zug aus ihrer Menthol-Zigarette und spürt wie der Rauch durch ihren Mund immer weiter nach unten in die Lunge zieht.
Entspannung macht sich langsam in ihr breit als sie den Rauch langsam wieder ausatmet. Sie streicht sich durch ihr kurzes schwarzes Haar und merkt dass es noch
feucht vom Schweiß ist.
Während sie auf der Fensterbank ihrer Ein-Zimmer-Wohnung im 4. Stock eines Berliner Plattenbaus lehnt
und das nahende Morgengrauen über der kalten, grauen Stadt beobachtet,denkt sie an die vergangene Nacht zurück.
 
Es kam nicht oft vor, dass sie an einem Abend in ihrer Stammkneipe von einem fremden Mann, noch dazu einem attraktiven Mann, angesprochen wurde.
Es schmeichelte ihr, dass er Gefallen an ihr gefunden hatte und dass er das auch deutlich zeigte.
Bitter denkt sie an sein Lachen zurück, als sie ihm erzählte, dass sie Vegetarierin sei. "Dann muss ich Dir wohl einen Gemüsegarten pflanzen"
hatte er gelächelt, und ihr mit seinen hellblauen Augen zugezwinkert.
Sie tanzten, obwohl es keine Tanzfläche gab, schoben die Leute an der Bar einfach weg und
amüsierten sich darüber, wenn die ihnen befremdete Blicke zuwarfen.
Sie tranken, probierten die Biersorten der Bar durch, die sie schon alle vorher kannte, die aber mit ihm ganz neu und ganz anders schmeckten.
Für einen Moment war sie verliebt. In ihn, in das Gefühl dass er ihr gab, das Gefühl, begehrt zu sein. Sie genoss es, alles andere und ihr Leben vergessen zu können.
Er zog sie dann, nach Mitternacht, hinaus aus der Tür der Bar. Sie liefen zwischen den Autos hindurch in Richtung der Schrebergartensiedlung gegenüber.
"Ich zeige Dir Deinen Gemüsegarten" flüsterte er ins Ohr und sie kicherte albern. Sie rannten an ein paar Betrunkenen vorbei, die zwischen den Trümmern einer Baustelle
standen und  die ihnen mit halbleeren Bierflaschen zuprosteten. Sie sah alles wie durch eine Wolke, irgendwie nebelig. Sie lachte.
 Als sie in einen dunklen Pfad einbogen, an dessen Ende ein kleines Haus stand, stockte ihr Lachen.
"Wo gehen wir hin? Komm, ich will zurück in die Bar". Er strich ihr durch das Haar."Komm mit. Vertrau mir." Seine Hand an ihrem Arm griff stärker zu, so dass es sie
fast schmerzte.
Sie zog ihn ein paar Meter zurück. Er lehnte sich in die andere Richtung. Er war stärker, riß an ihr und seine Augen blickten sie auf einmal kalt und leer an.
."Ich will jetzt zurück". Sie bekam eine Gänsehaut
"Nein". Er kam schnell mit zwei großen Schritten näher an sie heran, drehte sie um, schlang seine Arme um ihren Bauch. Sie spürte seinen Atem an ihrem Ohr.
"Du bleibst hier bei mir".
Sein Griff war wie Stahl, sie versuchte sich zu bewegen, doch es ging nicht. "Lass den Mist" rief sie aus und es klang trotzig. Sie spürte, wie langsam eine ihr bekannte
Mischung aus Angst und Wut in ihr hochstieg. Ihre Mukeln spannten sich an.
Er antwortete nicht, atmete laut und schob sie gegen die Wand des kleinen Hauses. Sie spürte wie sich alles in ihr anspannte und wie sie klarer sah.
Während er ihren Hals küsste, entdeckte sie direkt vor sich ein Brett, das lose gegen die Wand der Hütte lehnte.
Dann ging auf einmal alles ganz schnell. Ein Tritt mit ihrem Fuß gegen sein Bein. Seine Arme lockerten sich, sie riss sich los,
griff nach dem Brett und schlug zu. Schlug wieder und wieder zu.
sie rannte so schnell sie kann, die Betrunkenen johlten, sie drehte sich nochmal um, sah seine Umrisse, wie er da lag, sah das Blut an ihren Händen.

Sie nimmt wieder einen Zug Menthol, schnippt den Zigarettenstummel aus dem Fenster. Sie ist jetzt ganz ruhig. Sie hat das Richtige getan.
Es gibt ein Gelübde, ein Versprechen dass sie sich selbst gegeben hat.Nie wieder würde ein Mann sie so anfassen. Nie wieder.
"Nicht mit mir".


1 Kommentar 23.9.13 21:31, kommentieren

Sonntags

Wie einezu  schwere, vom Hals unabhängige Kugel fühlt sich sein Kopf an, als er aufwacht. Seine Gedanken sprngen ihn wie wildgeworden an. Gestern Abend. Er beim Zocken. Die Spielhalle. Viel zu viel Geld verloren. Der Schnaps.Er dreht sich langsam nach rechts und blickt auf den Hinterkopf seiner Frau. Zerwühlt sieht sie aus. Die Frisur zerknautscht. Nicht schön. ER spürt mit den Minuten, in denen er sie so starr und unbewegt daliegen sieht, die altbekannte Wut in sich aufsteigen. Alles um ih herum macht ihn wütend. Das unaufgeräumte Zimmer, das Haus, die Kinder. Nichts bewegt sich hier ohne ihn, alles muss er tun. Er setzt sich auf, sein Kopf dröhnt. Unsanft stößt er seine Frau an und macht seinem Ärger Luft.

Beim Aufwachen schon hört sie von enebenan aus dem Elternschlafzimmer Geschrei. Ihr Vater. So wie sie ihn kennt. Die leise Stimme ihrer Mutter, die dagegen anzukommen versicht. Sie weiß, dass die Stimme der Mutter gleich brechen wird. Sie wird Tränen in den Augen haben, wird sich zurückziehen, weg von ihm. Sie zieht sich die Decke über den Kopf und versucht nicht mehr hinzuhören.

Er steht auf und macht die Musik an. Den Streit seiner Eltern will er nicht schon wieder hören. ER denkt an den gestrigen Abend mit seiner Freundin, dreht sie Musik lauter, entspannt sich langsam. Einige Zeit später wiurd seine Zimmertür aufgerissen, sein Vater steht in der Tür. Das Licht im Flur ist an, in seinem Zimmer ist es dunkel. Der Vater wirkt dadurch wie ein rieseiger, bedrohlicher Schatten. Er kommt näher, verschwimmt mit der Dunkelheit und steht vor ihm. Die große Hand trifft ihn hart irgendwo zwischen Ohr und Mund. Die Musik ist jetzt aus.

Sie steht in der Küche und bereitet den Teig für den Kuchen vor. Sie wischt sich eine Träne aus dem Auge, der Streit mit ihrem Mann war schlimm gewesen. Oben geht Musik an, wird lauter. Kurze Zeit später die Schritte ihres Mannes auf dem Flur, wütend und laut. Sie zuckt zusammen, denn sie weiß was jetzt kommt. Schnell schaut sie auf ihr Rezept für die Erdbeerrolle. Zwei Eiweiß aufschlagen. Der Kuchen soll gut werden, schließlich haben sie heute Gäste.

Die Gäste kommen. Onkel, Tante und Oma sind da. Sie blicken in die lächelnden Gesichter der Familie. . Oma hat Kuchen mitgebracht, Onkel und Tante einen Wein aus dem letzten Toskana-Urlaub. Alle sitzen am Terrassentisch, essen Kuchen und lachen über den kleinen Rauhaardackel, der einen Schmetterling jagt. Man spricht über das Glück mit dem Wetter und was das für ein schöner Tag sei. Sie wollen ein Foto machen, zur Erinnerung daran.  „Lieber nach innen, da ist das Licht besser“ ruft der Vater und lacht. Als er dabei seiner Frau den Arm um die Schultern legt, zuckt sie ganz leicht zurück.

Die Kamera ist postiert, der Selbstauslöser aktiviert.

 „Bitte lächeln!“.

2 Kommentare 23.9.13 21:30, kommentieren

Hoffnung

Sie blickt aus ihrem Fenster auf die Straße die vor ihrem Haus vorbeiführt. Eine Gruppe lärmender Kinder wirft auf offener Straße einen Ball von einer Seite zur anderen. Als ein Auto kommt, schreien sie laut, lachen und rennen auf den Gehweg. Ihr fällt auf, wie geschickt der Junge mit dem Ball die anderen Kinder abhängt und denkt daran, wie wenig sie sich selbst bewegt.

Sie reibt sich die Augen,  atmet laut aus, dreht sich um und schaut am Herd in den Topf, in dem das Wasser köchelt. Sie ist müde, obwohl sie heute lang im Bett lag. Erst als sie ihre Tabletten genommen hatte, konnte sie sich aufraffen und aufstehen. Sie fühlt sich wieder wie benebelt. Zum Duschen fehlt ihr heute die Energie.

Während sie das Pulver für die Fertigsuppe ins Wasser gibt, fällt ihr ein, dass sie heute Nachmittag wieder zum Arbeitsamt muss. Sie muss sich melden, zeigen wo sie sich beworben hat. Sie  meldet sich dort seit einigen Jahren alle paar Wochen, und immer hat sie ein paar Bewerbungen geschrieben. Immer nur Absagen bekommen. Einmal hat sie einen Praktikumsplatz gehabt, dort hat sie es aber nicht lange ausgehalten. Es war nicht das Richtige für sie. Langsam weiß sie nicht mehr, wo sie sich noch bewerben soll. Die Frau beim Amt macht ihr Mut, sagt, dass sie dranbleiben muss, sie wird schon noch etwas finden, die Hoffnung auf einen Job nicht aufgeben, sich nicht abschreiben. In den Augen der Frau liest sie, dass sie selbst nicht daran glaubt. Trotzdem lächelt sie und sagt, ich bleibe dran. Sie kann nicht anders, sie lebt vom Amt.

Während sie alleine an ihrem Couchtisch sitzt und ihre Suppe löffelt, sieht sie im Fernsehen eine Talkshow, in der es um Menschen  geht, die nicht arbeiten wollen. Es wird über die geschimpft, die nichts tun und nur den Staat ausnutzen. Sie denkt über das Telefongespräch nach, dass sie vor einigen Wochen geführt hat. Diese Frau aus der Personalabteilung stellte seltsame Fragen. Sie wolle Genaueres über sie und ihre gesundheitliche Situation erfahren. Sie erzählte ihr von sich und von ihrer Gesundheit. Die Frau stellte immer mehr Fragen. Das wurde ihr irgendwann so unangenehm, dass sie die Frau fragte, was sie eigentlich von ihr wolle. Die Frau sagte dann, dass sie sich wieder melden würde, vielleicht. Natürlich hat sie sich nicht gemeldet.

Sie packt ihre Sachen, ordnet alles in eine Plastiktüte und macht sich auf den Weg. Im Aufzug begegnet ihr ein Nachbar. Nervös flattert dessen Blick umher, er weiß nicht wo er hinschauen soll. Auf seinem Gesichtsausdruck kann sie Hilflosigkeit und auch Mitleid erkennen. Sie sagt etwas über das Wetter, er antwortet nicht, lächelt nur angespannt.

Als sie vor ihm durch den langen Flur zum Ausgang rollt, denkt der Nachbar, mein Gott die arme Frau, nur ein Bein und sitzt im Rollstuhl. Solche Menschen darf man nicht abschreiben, sie hat doch auch eine Chance verdient.

Sie dreht sich um und lächelt ihn an.

Ein bißchen verlegen lächelt er zurück.

1 Kommentar 23.9.13 21:25, kommentieren

Anis

Das schrille Klingeln des Weckers riss ihn aus einem tiefen, aber viel zu kurzem Schlaf. In seinem Kopf drehte sich alles, ein fahler Geschmack lag ihm im Mund. Er rollte sich zur Seite und ertastete auf dem rauhen Teppichfussboden neben dem Bett eine Zigarettenschachtel und ein Feuerzeug. Ein muffiger Geruch lag in der Luft. Er blieb liegen, schloß die Augen und nahm einen tiefen Zug aus der Zigarette. Waswar gestern Abend geschehen? Er versuchte sich zu konzentrieren und langsam kehrten die Erinnerungen zurück.

Er war – mit einigen Gläsern Rotwein intus – mit seinem Kumpel in den Jazzclub gefahren, wo sie erst einmal 20 Minuten draußen in der Kälte hatten warten müssen. Es war schon dunkel, und gegebn das grelle Neonlicht sah er seinen Atem in der Luft kondensieren. Er zog sich seinen schwarzen Schlapphut tiefer ins Gesicht. Der bullige Türsteher musterete sie und gab ihnen – wie immer maulfaul – durch ein Nicken zu verstehen, dass sie den Jazzclub betreten dürften. Innen empfing ihn eine Mischung aus Zigarettenrauch, der Dunst von abgestandenem Alkohol und die bassigen Klänge der Jazz-Combo. Er schlenderte durch den schummrigen Raum und bestellte sich einen trockenen Rotwein und ein Glas Wasser ohne Kohlensäure. Sein Blick schweifte über die kleine Tanzfläche, wo sich einige Pärchen langsam zu den Klängen der Musik wiegten. Ihm fiel eine Frau ins Auge, die irgendwie unpassend zu den langsamen Klängen über die alten Holzdielen vor der Band tänzelte. Sie trug ein rotes Kleid, das ihren Körper umschmeichelte. Er steckte sich eine Zigarette an. In diesem Moment stand die Frau mit dem roten Kleid vor ihm. „Hast Du mal Feuer?“ hauchte sie und blickte ihn mit tiefschwarzen Augen an. Er bemerkte ein seidiges rotes Band um ihren Hals, ihr Atem roch nach Anis-Bonbons. Da er  einen spanischen Akzent aus ihre Worten heraushörte fragte er „Woher kommst Du?“ während er ihr ihre Zigarette anzündete. „Mexiko“ war ihre Antwort, bevor sie ihn auf die Tanzfläche zog. Sie tanzten, sie tranken Rotwein und ignorierten das Nörgeln der anderen Gäste, denen sie dabei auf ihre Füße traten. Mit der Musik veränderten sich ihre Bewegungen, sie sprang, sie schlich um ihn herum, sie warf sich gegen ihn und sie umschmeichelte ihn. Er war wie gebannt. Sie hatte mehr Rotwein gehholt und er hatte mehr Rotwein getrunken.

Hier riss seine Erinnerung ab. Was war nach dem Jazzclub geschehen? Wie war er in seine Wohneung gekommen? Er stöhnte auf, als ihm bewusst wurde, dass er noch nicht einmal wusste ob die mit ihm hierher gekommen war. Oder hatten sie sich im Club getrennt? Sein Blick fiel auf das Dachfenster vor ihm, zwischen den lammellen zwängte sich das Licht hindurch, im Lichtstrahl tanzte Staub. ER zuckte zusammen, als er den Lichtstrahl bis zum Teppich verfolgte, wo ein rotes, seidiges Etwas lag. Das Halsband.Ihr Halsband. Sie war also hier gewesen.

Oder war sie noch hier? Schließlich gab es in seiner Wohnung noch ein Bad und eine Küche. Aprupt setzte er sich im Bett auf. Sein Kopf schwirrte als er leise rief: „Hallo?“. Es klapperte aus der Küche. Erhörte Schritte auf dem Flur. Die Tür öffnete sich. Ihn schaute ein bekanntes Gesicht an. Sein Kumpel, der gestern mit ihm zum Club gefahren war sagte mit kratziger Stimme: „Hey, echt nett, dass ich bei Dir pennen konnte. Den Weg nach Hause hätte ich echt nicht mehr gepackt.“. „Und die Frau, wo ist sie, war sie auch hier?“. „Welche Frau? Das war gestern ein echt guter Männerabend im Jzzclub. Keine Frauen!“. „Aber ich habe doch mit ihr getanzt, sie hatte ein rotes Kleid an und ich...“. „Ich glaube Du hast gestern echt zuviel erwischt. Da war keine Frau. Wir waren den ganzen Abend zusammen und dann sind wir mit dem Taxi hierher gefahren“.  Sein Kumpel machte eine wegwerfende Handbewegung und schlurfte zurück in die Küche.

Er starrte vor sich hin und verstand die Welt nicht mehr. War das alles nur ein Traum gewesen? Hatte er sich alles nur eingebildet? Er stand langsam auf, ging ein paar Schritte und hob das rote Band vom Boden auf.Langsam hielt er es sich an die Nase. Ihm war, als würde es nach Anis riechen

23.9.13 21:24, kommentieren