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Sonntags

Wie einezu  schwere, vom Hals unabhängige Kugel fühlt sich sein Kopf an, als er aufwacht. Seine Gedanken sprngen ihn wie wildgeworden an. Gestern Abend. Er beim Zocken. Die Spielhalle. Viel zu viel Geld verloren. Der Schnaps.Er dreht sich langsam nach rechts und blickt auf den Hinterkopf seiner Frau. Zerwühlt sieht sie aus. Die Frisur zerknautscht. Nicht schön. ER spürt mit den Minuten, in denen er sie so starr und unbewegt daliegen sieht, die altbekannte Wut in sich aufsteigen. Alles um ih herum macht ihn wütend. Das unaufgeräumte Zimmer, das Haus, die Kinder. Nichts bewegt sich hier ohne ihn, alles muss er tun. Er setzt sich auf, sein Kopf dröhnt. Unsanft stößt er seine Frau an und macht seinem Ärger Luft.

Beim Aufwachen schon hört sie von enebenan aus dem Elternschlafzimmer Geschrei. Ihr Vater. So wie sie ihn kennt. Die leise Stimme ihrer Mutter, die dagegen anzukommen versicht. Sie weiß, dass die Stimme der Mutter gleich brechen wird. Sie wird Tränen in den Augen haben, wird sich zurückziehen, weg von ihm. Sie zieht sich die Decke über den Kopf und versucht nicht mehr hinzuhören.

Er steht auf und macht die Musik an. Den Streit seiner Eltern will er nicht schon wieder hören. ER denkt an den gestrigen Abend mit seiner Freundin, dreht sie Musik lauter, entspannt sich langsam. Einige Zeit später wiurd seine Zimmertür aufgerissen, sein Vater steht in der Tür. Das Licht im Flur ist an, in seinem Zimmer ist es dunkel. Der Vater wirkt dadurch wie ein rieseiger, bedrohlicher Schatten. Er kommt näher, verschwimmt mit der Dunkelheit und steht vor ihm. Die große Hand trifft ihn hart irgendwo zwischen Ohr und Mund. Die Musik ist jetzt aus.

Sie steht in der Küche und bereitet den Teig für den Kuchen vor. Sie wischt sich eine Träne aus dem Auge, der Streit mit ihrem Mann war schlimm gewesen. Oben geht Musik an, wird lauter. Kurze Zeit später die Schritte ihres Mannes auf dem Flur, wütend und laut. Sie zuckt zusammen, denn sie weiß was jetzt kommt. Schnell schaut sie auf ihr Rezept für die Erdbeerrolle. Zwei Eiweiß aufschlagen. Der Kuchen soll gut werden, schließlich haben sie heute Gäste.

Die Gäste kommen. Onkel, Tante und Oma sind da. Sie blicken in die lächelnden Gesichter der Familie. . Oma hat Kuchen mitgebracht, Onkel und Tante einen Wein aus dem letzten Toskana-Urlaub. Alle sitzen am Terrassentisch, essen Kuchen und lachen über den kleinen Rauhaardackel, der einen Schmetterling jagt. Man spricht über das Glück mit dem Wetter und was das für ein schöner Tag sei. Sie wollen ein Foto machen, zur Erinnerung daran.  „Lieber nach innen, da ist das Licht besser“ ruft der Vater und lacht. Als er dabei seiner Frau den Arm um die Schultern legt, zuckt sie ganz leicht zurück.

Die Kamera ist postiert, der Selbstauslöser aktiviert.

 „Bitte lächeln!“.

23.9.13 21:30

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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Gitta (30.9.13 14:27)
Die Geschichte ist meiner Meinung nach zu kurz um verstehen zu können, was die Personen denken und fühlen.
Sie - ist einmal Mutter, einmal Tochter?
Ein paar Flüchtigkeitsfehler solltest du verbessern.


Olivia (9.10.13 11:35)
Hat mich sehr bewegt. Ich würde evtl. die Rolle bzw.. Gefühle der Mutter ein paar Sätze länger beschreiben, ansonsten kann ich mich sehr gut einfinden.

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